Suderburg

Regionale Disparitäten in einer Wachstumsregion

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Innerhalb einer Boom-Region ist das Wachstum nicht gleich verteilt. Das erkannten die Studierenden des Studiengangs Handel und Logistik während der Exkursion im Sommersemester (Mai) 2017, die in die Öresundregion führte - in Kopenhagen gut bezahlt arbeiten und einkaufen, in Skane/Südschweden günstig leben und wohnen. Das macht u. a. die Öresundbrücke möglich: die Fahrt von Malmö/Schweden in die dänische Hauptstadt dauert nur etwa 45 Minuten.

Die Wirtschaftsförderung in Osby sorgt u. a. für touristische Highlights in Skane. IKEA am Gründungsort Almhult: ein riesiges Möbelhaus auf der „grünen Wiese“, das eine Vielzahl von Fachhandelsbetrieben um sich angesiedelt hat. Osby Parca produziert Boiler, von denen einige so groß sind, dass alle 23 Exkursionsteilnehmer bequem im Brennraum stehen können (zum Glück außer Betrieb). Rosenqvist Food Technology produziert die Anlagen, die Pringel-Chips oder Pom-Bären aus Kartoffelteig formen. In der Universität von Kristianstad wurde über die Studienmöglichkeiten informiert – bei einem Planspiel schnitten die Ostfalia-Studierenden mit Logik und Disziplin hervorragend ab. Junge Firmengründer präsentierten ihr Unternehmen „Every Day Baby“ im Ideon Science Park und nannten Hartnäckigkeit, Konzentration und viel Arbeit als ihr persönliches Erfolgsrezept. Malmös „Problemviertel“ Rosegarden wurde vom Bus aus besichtigt und machte einen recht ruhigen Eindruck. Wohnen im neuen Quartier Malmö-Westerhavn, direkt am Ufer der Ostsee, können sich nur Gutbetuchte leisten. Das Shopping Center Emporia liegt unmittelbar an der Autobahn Kopenhagen-Malmö und lockt täglich tausende in seine attraktiven Läden und Restaurants. Eine Besichtigung der Innenstadt von Kopenhagen mit kilometerlangen Einkaufsstraßen zeigte die Eigenheiten der Metropole, besonders die hohe Anziehungskraft für ausländische Touristen. Der dänische Unternehmerverband residiert in der Alten Börse der Hauptstadt – beeindruckt waren die Studierenden, dass es äußerst kurze Kündigungsfristen in Dänemark gibt (Baugewerbe: 1 Tag), doch die staatliche Fürsorge verhindert finanzielle Abstürze. Ein neues Stadtviertel entsteht durch den Trabanten Örestadt; in nun schon 25 Jahren Bauzeit, 4 ½ km lang und etwa 600 m breit sollen 20.000 Menschen wohnen und 50.000 arbeiten – eine Hochbahn und breite Radwege erschließen das Gelände umweltfreundlich im ÖPNV.

In Kristianstad waren die Studierenden im Hostel über einer englischen Kneipe zentral, aber recht rustikal untergebracht (12-er Zimmer mit 1 x Dusche und 1 x WC); in Kopenhagen konnte eine schmucke, neue Herberge, nur fünf Gehminuten vom historischen Altstadthafen, mit exzellenter Ausstattung die Entbehrungen kompensieren. Die fünftägige Exkursion wurde von Prof. Dr. Arnd Jenne geleitet.

Text: Sroka

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In der Alten Börse von Kopenhagen: Morten Pedersen (re.) informiert die Ostfalia-Studierenden aus Suderburg über die Aufgaben des dänischen Arbeitgeberverbands (Foto: Jenne)


Vera Huber | Thu Jun 29 12:00:39 CEST 2017