Salzgitter

Aktuelle Forschungsergebnisse: Wandermonitor 2016

Das Wandern zählt zu den beliebtesten Urlaubs- und Tagesausflugsaktivitäten der deutschen Bevölkerung. Ziel des Wandermonitors der Forschungsgruppe Wandern an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften ist es, die Nachfrage auf Wanderwegen in Deutschland genauer zu charakterisieren. Im Fokus der langfristig angelegten Befragung stehen die Erfassung der demographischen Besucherprofile, die Charakteristika der Wanderungen sowie ein jährlich wechselndes Schwerpunktthema. Die Forscherinnen und Forscher werden von Partnerregionen in ganz Deutschland unterstützt, die im Gegenzug regionsbasierte Befragungsdaten für die Arbeit in der touristischen Praxis erhalten.

Im Jahr 2016 haben insgesamt 1.221 Wanderinnen und Wanderer einen standardisierten Fragebogen ausgefüllt. Die Befragung erfolgte online und analog vor Ort in den Partnerregionen. Die Befragungsteilnehmerinnen und -teilnehmer sind im Durchschnitt 52 Jahre alt. Jede/r Dritte von ihnen wandert mehrmals im Monat, sodass die Befragten deutlich wanderaffiner sind als der deutsche Bundesdurchschnitt.

Die vorrangigen Motive zum Wandern, die auch im Rahmen der Wanderstudien 2010 und 2014 erfasst wurden, konnte erneut bestätigt werden: 92% der Befragten geben an, „die Natur erleben“ zu wollen, 79% wollen „sich bewegen, aktiv sein“ und 67% „etwas für die Gesundheit tun“. Bei der Altersgruppe der unter 30-Jährigen zeigt sich darüber hinaus die Tendenz, dass nach innen gerichteten Motive wie „den Kopf frei bekommen“, „Stress abbauen“, „frei sein“ und „über mich selbst nachdenken“ zunehmend wichtiger werden.

Bei der Wahl einer Wanderregion stehen Landschaft und Natur im Mittelpunkt. Aber auch die generellen Möglichkeiten zum Wandern sowie die Qualität der Wege können die Reiseentscheidung beeinflussen. Deutlich weniger relevant sind dagegen weitere Freizeitangebote in der Region. Bei der Auswahl des Wanderweges sind vor allem die Länge, die Beschilderung, der Schwierigkeitsgrad sowie die Einbindung des Weges in die Landschaft wichtige Kriterien.

Zusätzlich zu den allgemeinen Charakteristika der Wanderungen wurde im Wandermonitor 2016 das Schwerpunktthema Wertschöpfung aufgenommen. Die Ergebnisse zeigen, dass Wanderinnen und Wanderer im Rahmen von Tagesausflügen rund 20 Euro pro Tag und bei Wanderungen mit Übernachtung rund 76 Euro pro Tag ausgeben. Dabei sind die Gesamtausgaben in der Altersgruppe der 30- bis 49-Jährigen am höchsten. Die Suche nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten von Wanderwegen in der Zukunft, wirft außerdem die Frage nach der Bereitschaft auf, sich an den Kosten für die Wegeinfrastruktur zu beteiligen. Ein Drittel der befragten Wanderinnen und Wanderer ist unter Umständen dazu bereit. Es können sich 24,2% eine Kostenbeteiligung in Höhe von ein bis zwei Euro und 23% in Höhe von fünf bis sechs Euro vorstellen.

Die wissenschaftliche Leitung des Wandermonitors obliegt dem Wanderexperten Prof. Dr. Heinz-Dieter Quack. Weitere Informationen zum Wandermonitor und den Beteiligungsmöglichkeiten finden Sie unter www.wandermonitor.de

Text: H.-D. Quack/Me