Hochschulleben

Aus Polen zum Praktikum an die Ostfalia

Tomasz Polrolniczak, Bachelorstudent der Informatik im siebten Semester an der Ostfalia-Partnerhochschule PWSZ Gnesen in Polen, absolvierte Ende des Jahres ein zweimonatiges Praktikum an der Fakultät Versorgungstechnik am Campus Wolfenbüttel. Die Finanzierung seines Auslandsaufenthalts wurde u.a. durch ein Stipendium der Ostfalia möglich. Derzeit bereitet er seinen Studienabschluss vor. Die Ostfalia-Redaktion traf sich mit ihm vor seiner Rückreise nach Polen für ein Interview.

Ostfalia-Redaktion: Was war die größte Herausforderung für Sie in Deutschland?
Tomasz Polrolniczak: Mit meiner Behinderung gibt es immer viele Herausforderungen. Die größte war es wohl, eine passende Unterkunft für zwei Monate zu finden. Mit einem Rollstuhl und nicht allzu großer Fitness ist das wirklich schwierig – aber ich hatte Hilfe: Das International Student Office hat mir bei allen organisatorischen Dingen geholfen und war auch meine erste Anlaufstelle. Vor Ort wurde ich aber auch von zahlreichen weiteren Hochschulangehörigen bestens unterstützt. Natürlich war meine wunderbare Freundin Ola ebenfalls eine große Hilfe.

Ostfalia-Redaktion: Mit welchem Thema haben Sie sich an der Ostfalia fachlich auseinandergesetzt?

Tomasz Polrolniczak: Ich habe mich am Institut für Biotechnologie und Umweltforschung mit verschiedenen Berechnungen und Techniken im Zusammenhang mit der Produktion von Biogas beschäftigt.

Ostfalia-Redaktion: Was ist Ihr persönlicher Eindruck vom studentischen Leben in Wolfenbüttel.

Tomasz Polrolniczak: Wolfenbüttel ist eine wunderbare Stadt, ich habe mich als Student hier sehr wohlgefühlt. Allerdings bin ich ja im Rahmen eines Praktikums hier und nehme deshalb nicht an Vorlesungen und Seminaren teil – aber ich würde sehr gerne einmal ausprobieren wie es ist, hier ein reguläres Studium zu absolvieren. Wer weiß: Vielleicht komme ich eines Tages wieder und mache an der Ostfalia meinen Masterabschluss. Ich könnte mir auch gut vorstellen, in Deutschland zu leben und zu arbeiten.

Ostfalia-Redaktion: Können Sie uns etwas über den roten Totenkopf an Ihrem Rollstuhl erzählen?

Tomasz Polrolniczak: Ich mag Rock-, Heavy Metall- und Punk-Musik sowie fast jede Art von Gitarrensound. Der Totenkopf ist für mich einfach ein Symbol dafür.

Ostfalia-Redaktion: Was war für Sie als Rollstuhlfahrer bei der Entscheidung nach Deutschland bzw. an die Ostfalia zu kommen ausschlaggebend?

Tomasz Polrolniczak: Ich leide seit meiner Geburt unter spinaler Muskelatrophie. Durch diese Krankheit war mir vieles oft nicht möglich. Deshalb war ich sehr überrascht, dass ich mit dem „Erasmus+ Programm“ hierher kommen konnte. Darüber habe ich mich sehr gefreut.