Fakultät Versorgungstechnik

Online-Studium: Wie funktioniert das eigentlich?

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Wir haben Herrn Muhm einmal bei seiner Vorlesung über die Schulter geschaut.

Unser im Wintersemester 2015/16 neu gestarteter Bachelor-Studiengang „Wirtschaftsingenieurwesen Energie/Umwelt“ ist als „Hybridstudium“ aufgebaut. Das bedeutet, dass er sich in Präsenzvorlesungen und Online-Lehrveranstaltungen aufteilt. Konkret sind es 50 % des Studiums, die als Online-Studienanteile zu belegen sind – und zwar die betriebswirtschaftlichen und die interdisziplinären Inhalte.

Wir wollten in Erfahrung bringen, wie das Online-Studium funktioniert, welche Vorteile es mit sich bringt und was Studieninteressierte vor dem Studieneintritt beachten sollten. Patric Muhm M.A., Mitarbeiter der Fakultät Versorgungstechnik und bereits seit 2006 in der Online-Lehre tätig, stellte sich den Fragen unserer Dekanatsreferentin, Katrin Peukert.

Peukert (Pe): Hallo Herr Muhm. Häufig werde ich während einer Studienberatung gefragt, wie ein Online-Studium tatsächlich funktioniert. Also, wie kann ich mir diese Lernsituation konkret vorstellen?

Muhm (Mu): Hallo Frau Peukert. Zunächst einmal der ganz wichtige Hinweis, dass Online-Lernen nicht bedeutet, lediglich eine Präsenzveranstaltung mit Kamera aufzunehmen und diese Aufzeichnung dann in ein Forum einzustellen. Beim Online-Studium treffen sich die Studierenden und der Dozent zu den Online-Vorlesungen in sogenannten „Webkonferenzen“. Das funktioniert mit Hilfe der Lernplattform „Moodle“.
Wie in „normalen“ Vorlesungen auch, erkläre ich dabei die wesentlichen Inhalte der zu vermittelnden Themen. Natürlich werden in diesem Zusammenhang auch Aufgaben und Übungen von den Studierenden aktiv bearbeitet. Zudem haben sie die Möglichkeit, mittels Mikrofon- oder Chat-Funktion, eigene Fragen zu stellen oder zu beantworten.

Pe: Welche Vorteile sehen Sie in dieser Lernform?

Mu: Es gibt viele Vorteile. Alle durchgeführten Webkonferenzen werden aufgezeichnet und können somit nach Vorlesungsende nochmal genutzt werden. Dadurch sind die Studierenden zeitlich unabhängiger. Denn wer bei der Webkonferenz verhindert war, kann die Lerneinheit zu jeder Zeit nachholen bzw. sogar zur Prüfungsvorbereitung wiederholen. Des Weiteren werden auch alle Übungen, Lösungen, Zusatzmaterialien etc. auf die Moodle-Site eingestellt, so dass auch hier eine permanente Einsichtnahme möglich ist. Die Teilnahme an den Web-Vorlesungen kann auch von zu Hause aus erfolgen und das bedeutet eine örtliche Unabhängigkeit. Diese Flexibiltät erleichtert ein Studieren neben anderen (z.B. beruflichen oder familiären) Verpflichtungen. Gerade auch für Studierende mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen ist diese Form eine gute Möglichkeit, ein Studium erfolgreich bewältigen zu können.

Pe: Kommunizieren Sie mit den Studierenden ausschließlich online?

Mu: Natürlich nicht. Ergänzenden und vertiefenden Charakter besitzen die Präsenzveranstaltungen, die i.d.R. einmal pro Monat stattfinden. Diese werden meist zu Übungen und zum Austausch der Studierenden untereinander genutzt und ich finde es auch sehr angenehm, die Studierenden mal persönlich sprechen zu können.

Pe: Was wird für ein Online-Studium benötigt? Was müssen die Studierenden mitbringen?

Mu: Die technische Ausstattung ist denkbar einfach. Es genügt ein internetfähiger Laptop. Eine Webcam und Headset sind empfehlenswert, jedoch keine Bedingung. Wichtig ist eine stabile Internetverbindung - insbesondere bei einer Teilnahme an den Konferenzen von zu Hause aus.

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Ein Screenshot zur Darstellung des Aufbaus der Moodle-Site. Hier ist die Startseite zu sehen.

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Ansicht des Lernraums - Beispiel aus dem Modul "Marketing".

Pe: Wie sind die Prüfungsleistungen zu erbringen? Erfolgt das auch online?

Mu: Die Prüfungen erfolgen immer persönlich in der Hochschule. Je Klausur sind 120 Minuten vorgesehen.

Pe: Noch eine abschließende Frage, Herr Muhm. Kommen die Studierenden mit dieser Lernform gut zurecht?

Mu: Erfahrungsgemäß bedarf es hier einer gewissen Anpassungszeit, um sich an die neue Lernform zu gewöhnen. Die Moodle-Lernraumumgebung ist jedoch relativ einfach aufgebaut, so dass sich die meisten Studierenden in relativ kurzer Zeit gut zurecht finden. Im Rahmen einer Einführungsveranstaltung werden vorab zudem die wichtigsten Aspekte der Moodle-Site erläutert.
Die Ablenkungsgefahr, insbesondere wenn Online-Vorlesungen von zu Hause aus verfolgt werden, ist bei dieser Form des Studiums natürlich etwas höher als bei reinen Präsenzveranstaltungen. Es ist also in jedem Fall eine hohe Konzentrationsfähigkeit gefordert. Aber auch hier gilt: Je mehr sich die Studierenden bspw. mit Fragen und Anmerkungen in die Vorlesung einbringen, desto interessanter und effektiver kann diese gestaltet werden.

Pe: Vielen Dank, Herr Muhm. Das war wirklich sehr informativ!