„Wir brauchen keine Happiness Beauftragten, sondern happy Manager“

  • 04.04.19 08:16
  • Doris Zweck

Glück, Zufriedenheit und ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Arbeit und Privatleben: Themen, die viele Wolfsburgerinnen und Wolfsburger beschäftigen und interessieren, denn der Hörsaal am Ostfalia-Campus in Wolfsburg war auch bei der vierten „Glücksveranstaltung“ am 28. März sehr gut besucht. Das Schwerpunktthema war dieses Mal Work-Life-Balance.

37_Podiumsdiskussion Glück
Bei der Diskussionsrunde an der Ostfalia ging es unter anderem um Führungskrisen im Management, das Grundeinkommen und den Begriff "Work-Life-Balance". (Von links: Frank Harmeling, Prof. Falk Hecker, Hartwig Erb, Prof. Mike Hoffmeister)

Den Start in den Abend machten die Studierenden aus dem Seminar „Bedeutung der Glücksforschung für das Management". Den Umgang mit Glück und Work-Life-Balance im Studium aber auch im späteren Berufsleben sahen sie für sich als klare Bereicherung. Davon ist auch Professor Mike Hoffmeister von der Fakultät Wirtschaft überzeugt und macht ‚Happiness at Work‘ neben seiner eigenen Forschungsarbeit auch zum Thema in Management-Vorlesungen und -workshops an der Ostfalia. Er erklärt: „Zwei wesentliche Erfolgsfaktoren für das Engagement von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf der Arbeit sind ehrliche Wertschätzung und Sinnhaftigkeit des Jobs. Leider setzen viele Führungskräfte bei der Motivation ihres Personals noch immer auf falsche Instrumente – wie zum Beispiel monetäre Anreize." So würden aber wertvolle Potentiale verschwendet und Personal demotiviert.

In der anschließenden Podiumsdiskussion diskutierten Prof. Dr. Falk Hecker (Vorsitzender des Aufsichtsrates der AUTOPLUS AG) und Hartwig Erb (erster Bevollmächtigter und Geschäftsführer der IG Metall Wolfsburg) mit Hoffmeister und seinem Kollegen Frank Harmeling über Führungskrisen im Management, das Grundeinkommen und die Sinnhaftigkeit des Begriffs „Work-Life-Balance". Beide Referenten waren sich einig, dass dieser Begriff kritisch betrachtet werden müsse. Außerdem beobachten sie in Deutschland zum Teil eine Führungskrise. Hecker sagte: „Wir brauchen keine ‚ Happiness Beauftragten‘, sondern ‚happy Manager‘.

Anstelle von Eintrittsgeldern wurden Spenden für die Arbeit des Kinder- und Jugendschutz Wolfsburg e.V. sowie die Jugend- und Drogenberatung gesammelt.

Jürgen Ebbecke vom Kinder- und Jugendschutz Wolfsburg sowie Udo Eisenbarth von der Jugend- und Drogenberatung Wolfsburg präsentierten zum Abschluss ihre Hilfsangebote für Angehörige von Suchtkranken. „Es ist sehr wichtig, dass Angehörige nicht in eine sogenannte Co-Abhängigkeit fallen und sich professionelle Hilfe suchen“, sagte Eisenbarth.

Der nächste Termin der Glücks-Reihe ist für Donnerstag, den 7. November 2019 mit dem Schwerpunkt „Glück aus kultureller Perspektive" geplant.

Hoffmeister/Sp, 29.03.2019

 

 

nach oben
Drucken