Ostfalia forscht an Qualifizierung für mehr digitale Kompetenzen in Gesundheitsberufen

Europaweites Forschungsprojekt nimmt digitale Transformation im Gesundheitswesen in den Fokus – Startschuss für Online-Befragung der Zielgruppen.

Röntgenbilder, die von einer Künstlichen Intelligenz gelesen werden, die elektronische Dokumentation in Form der E-Akte, telemedizinische Versorgung trotz räumlicher Distanz – all diese Szenarien für den möglichen Einsatz digitaler Tools im Gesundheitswesen erfordern entsprechende Kompetenzen.

Wie diese Kompetenzen für Berufsgruppen im Gesundheitsbereich aufgebaut werden können, damit beschäftigen sich die Ostfalia-Wissenschaftlerinnen Prof. Dr. Martina Hasseler und Stephanie Krebs M.Sc. von der Fakultät Gesundheitswesen in Wolfsburg gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus insgesamt zehn europäischen Ländern.

Das Projekt „Dynamic Digital Resilience for Medical and Allied Professions in Health Services“ – kurz DDS-Map – unter der Gesamtkoordination der irischen Universität „South East Technological University“ hat sich zum Ziel gesetzt, ein Qualifizierungsangebot für Angehörige von Gesundheitsberufen und verwandter Berufe in der Europäischen Union zu entwickeln, das sich auf den Erwerb und die Beherrschung neuer digitaler Technologien bei der Erbringung von Versorgungsleistungen konzentriert.

„Neben der Entwicklung von zielgruppenorientierten Funktionen und sinnvollen Einsatzmöglichkeiten der digitalen Tools ist es entscheidend, dass die Nutzenden im Umgang damit geschult und auf die Veränderungen vorbereitet werden, die mit der digitalen Transformation verbundenen sind“, erklärt Prof. Dr. Martina Hasseler den Hintergrund des Projekts. Um die Herausforderungen zu bewältigen, die sich aus dem breiten Einsatz digitaler und elektronischer Technologien ergeben, sei eine multidisziplinäre Perspektive notwendig, so Hasseler. An dem DDS-Map-Konsortium sind daher Hochschuleinrichtungen, Nichtregierungsorganisationen, Gesundheitsbehörden und Krankenversicherungen beteiligt.

Bei einem gemeinsamen Kick-Off-Treffen in Irland haben die Beteiligten erste Schritte für das Projekt festgelegt. Um optimal einschätzen zu können, an welchen Stellen das Qualifizierungsangebot ansetzen muss, soll eine umfassende Befragung der Zielgruppen erfolgen. Dieses Arbeitspaket wird an der Ostfalia Hochschule koordiniert.

„Das gemeinsam entwickelte Instrument zur Selbsteinschätzung digitaler Kompetenzen bietet die Ausgangsbasis für die später entstehenden Lerneinheiten. Die Umfrage wird in der jeweiligen Muttersprache der teilnehmenden europäischen Projektländer zur Verfügung gestellt“, erklärt Projektmitarbeiterin Stephanie Krebs.

Die Umfrage und auch die später entstehenden Qualifizierungsmodule richten sich an eine breite Zielgruppe: Ärztinnen und Ärzte, Pflegepersonal, Mitarbeitende aus Funktionsdiensten, wie zum Beispiel der Radiologie. Ebenso sind Mitarbeitende aus der Verwaltung, Führungskräfte als auch leitende Angestellte und weitere Berufsgruppen aus dem Gesundheitswesen dazu aufgerufen, sich zu beteiligen.

„Wir freuen uns auf zahlreiche Selbsteinschätzungen der digitalen Möglichkeiten, denn nur so können passgenaue Bildungsangebote entwickelt werden. Unser Ziel ist es europäischer Schulungsmodule zu erstellen, die die Bedarfe und Bedürfnisse verschiedener Disziplinen berücksichtigen“, so Hasseler.

Die Umfrage ist bis zum 31.01.2024 unter folgender Website zu erreichen: https://ddsmap.easpd.eu/survey

Für die Umsetzung des Projekts DDS-Map stehen insgesamt rund 2,4 Millionen Euro zur Verfügung; rund 2 Millionen Euro wurden vom EU4Health-Programm der Europäischen Union bereitgestellt. Neben der South East Technological University (Irland) und der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften sind folgende Partner beteiligt: IBK Management Solutions (Deutschland), University College Dublin (Irland), University of Maribor (Slowenien), Klaipedos University (Litauen), University of Osijeck, (Kroatien), Medical University Lublin (Polen), Association of Knowledge and Technology Industries – GAIA (Spanien), Health Authority Teramo – ASL (Italien), European Association of Service  Providers for People with Disabilities (Belgien), EUROFORTIS Society (Lettland), Mutualia Mutual Social Security Collaboration (Spanien), Riga Stadina University (Lettland).

Mehr Informationen:

Projektwebseite: https://ddsmap.easpd.eu

Informationsveranstaltungen zum DDS-Map-Projekt:

Prof. Dr. habil. Martina Hassler und Stephanie Krebs M.Sc. laden am  26.10.2023 um 16.30 Uhr und am  15.11.2023 um 16 Uhr ein, sich eingehender mit dem DDS-Map Projekt zu beschäftigen. In einer einstündigen Online-Veranstaltung soll das Projekt DDS-Map in dem umfassenden Thema der Digitalisierung im Gesundheitswesen eingeordnet werden und mögliche Rückmeldungen zum Projekt diskutiert werden. 

Die  Onlineveranstaltungen finden über das Videokonferenzsystem BigBlueButton statt. Die  Onlineveranstaltung findet über das Videokonferenzsystem BigBlueButton statt. Folgen Sie zur Einwahl bitte folgendem Link:  Einwahl in Meeting (Eine Anmeldung im Vorfeld ist nicht notwendig.) Mehr Informationen finden Sie im Veranstaltungskalender auf der Website: www.ostfalia.de

 

Ihre Ansprechpartnerinnen zu diesem Thema:

Prof. Dr. Martina Hasseler und Stephanie Krebs M.Sc.
Fakultät Gesundheitswesen
Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften
Telefon: 05361 8922 23580
E-Mail: dds-map-g@ostfalia.de

 

Text: Stephanie Krebs/ZIM, 20.10.2023